Chihuahua Mexiko

Ich war aufgeregt, als es über den großen Teich nach Mexiko ging. Der Flug ging trotz Economy-Class doch recht bequem und die Verpflegung war ... okay. Nichts desto trotz hatte sich die Landung verspätet und hatte noch sehr wenig Zeit meinen Anschlussflug über Texas nach Chihuahua zu bekommen. In einem völlig fremden Flughafen in Houston, Texas bin ich nassgeschwitzt am richtigen Gate angekommen. Alles war leer. Toll, dachte ich, zu spät. Auf Nachfrage hin bekam ich die Info, dass der Pendelflug jede Stunde abfliegt und solle mich gedulden. So vertrödelte ich mir die Zeit mit Flughafen-Shopping... und es wurde teurer, als ich dachte. Als dann das Boarding los ging, musste ich meine Tasche nicht abgeben, sondern mit anpacken, um diese geordnet im Frachtraum des 20-Mann-Jets zu verstauen. Ein kleiner Jet mit einfacher Ausstattung ohne Unterscheidung von Klassengesellschaften. Fand ich gut. In Chihuahua angekommen verbrachte ich einige Monate meines Lebens dort, lernte deren Arbeitsweise und Kulturen kennen. Besonders beeindruckend empfand ich, mit welcher Leichtigkeit dort mit Arbeit umgegenagen wird. Jeder zweite will eine eigene Firma aufmachen. Erstaunlich viele von den Männern und Frauen, mit denen ich mich unterhalten haben, besonders entschlossen in Ihrem Unternehmungswillen gewesen sind. Sie sagten: Jeder Tag, an dem ich arbeite, will ich völlig erschöpft sein. So wie ein Profisportler, der an seiner Leistungsgrenze über sich hinaus wächst und im Zeitpunkt seiner Bestform, sich selbständig macht. Man sagt, "Aufhören, wenn es am besten ist". Anders ausgedrückt, würde es bedeuten, aufzuhören wenn im jetzigen Job keine Leistungssteigerung mehr zu erwarten ist.

Ich sehe mich bislang eher als Dauersportler im Job. Allerdings packt mich als Roboter-Programmierer in jedem kritischen Projekt das Optimum aus der Anlage heraus kitzeln und die Leistung noch höher zu setzen.

Der Gedanke der digitalen Revolution hatten die mexikanischen Entrepreneurshipper dabei beiläufig erwähnt. Man vertraue aber eher auf Familie, Freunde und erst dann auf den Job. So beispielhaft entschlossen vorzugehen, hat mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein Schwellenland mit sehr viel Potenzial und Willen. Ich hoffe, wenn ich eines Tages wieder auf meine mexikanische Freundschaft treffe, sind deren beiläufigen Träume einer modernen Firma in Erfüllung gegangen.

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